ANGEKOMMEN: Zugänge zu zeitgenössischer Kunst

Anfang des Jahres tra­fen wir uns in der Sonderausstellung des Marion Ermer Preises und setz­ten uns mit zeit­ge­nös­si­scher Kunst aus­ein­an­der. Der Preis prä­miert jun­ge Künstler*innen aus Ostdeutschland. In die­sem Jahr wur­den die Arbeiten von Manaf Halbouni, Marian Luft, Katharina Schilling und Thomas Taube aus­ge­wählt und im Museum der bil­den­den Künste Leipzig gezeigt. In vier Kleingruppen befass­ten sich die Teilnehmer*innen des Projekts ANGEKOMMEN jeweils mit einer künst­le­ri­schen Position. Im gemein­sa­men Dialog soll­ten sie die Themen der Ausstellung her­aus­ar­bei­ten und die­se auf einem Plakat visua­li­sie­ren. Dabei ging es unter ande­rem um den Zusammenhang von Alltagsgegenständen, Imagination und Fiktion, sowie dem Umgang mit Informationen im digi­ta­len Zeitalter.

Nach regen Diskussionen kam die Gruppe wie­der zusam­men und wir beweg­ten uns gemein­sam durch die vier Bereiche der Ausstellung. Die Erkenntnisse der Teilnehmer*innen dien­ten dabei als Diskussionsgrundlage. Zufälligerweise stieß die Kuratorin der Ausstellung Kristin Bartels dazu und konn­te wei­te­re Fragen zu den Kunstwerken klä­ren. Besonders die ironische/provokative Herangehensweise des deutsch-syri­schen Künstlers Manaf Halbouni lös­te rege Diskussionen in der Gruppe aus. Der deutsch-syri­sche Künstler setzt sich mit Vorurteilen im Kontext von Flucht und Vertreibung aus­ein­an­der, wie zum Beispiel in sei­ner Arbeit „What if“ in der er auf einer Landkarte die Eroberung der west­li­chen Welt durch den Nahen Osten nach­stellt. Diese Arbeit lös­te Irritation und Ärger vor allem bei den syri­schen Teilnehmenden aus, die sich damit nicht iden­ti­fi­zie­ren konn­ten. Dies stellt genau die gesell­schaft­li­che Wirksamkeit zeit­ge­nös­si­scher Kunst in Frage, um die es bei die­sem Workshop im Grunde ging.

Die gemisch­ten Emotionen und Eindrücke, die die Ausstellung bei den Teilnehmenden hin­ter­ließ, wur­den bei den Workshops im Pöge-Haus mit Carolina Rauh und Winnie Schmidt wei­ter­ver­ar­bei­tet. Die Gruppe setz­te sich dabei künst­le­risch mit der Frage „Wie hast Du dich gefühlt und was ist Dir im Kopf geblie­ben, als Du die Ausstellung ver­las­sen hast?” aus­ein­an­der. Es ent­stan­den tol­le Zeichnungen, die anschlie­ßend als Linolschnitt gedruckt wur­den.

© Marian Luft, Manaf Halbouni
Fotos:  Carolina Rauh und Bettina Salzhuber

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