STAMMTISCH: Öffnung des Museums

Der ers­te offe­ne Stammtisch fand am ein­tritts­frei­en Mittwoch am 6. Dezember 2017 zum Thema „Öffnung des Museums“ statt. Die Anwesenden waren zumeist Kunstvermittler*innen, die frei oder in einer Institution arbei­ten, dane­ben waren Kurator*innen frei­er Kunsträume, ein Soziologe, zwei Vertreter*innen eines Behindertenverbandes und Künstler*innen anwe­send.

Die Moderatorin (Constanze Müller, Kuratorin des Kunstraums D21 und Sprecherin der Sparte Bildende Kunst der Initiative Leipzig+Kultur) stieg mit einem kur­zen Rückblick zur Aufgabe und Rolle des Museum in der Vergangenheit ein und ver­wies noch ein­mal auf des­sen vier wich­tigs­te Aufgaben: Bewahren, Sammeln, Forschen und Bilden. Zur anschlie­ßen­den Frage, wel­che Aufgaben ein Museum heu­te hat, wur­den fol­gen­de Punkte genannt:

- die Teilhabe einer brei­ten Öffentlichkeit ermög­li­chen
– die Kommunikation des Museums aus­wei­ten und anpas­sen
– einen Alltagsbezug mit dem Programm schaf­fen
– einen per­sön­li­cher Bezug zum Besucher her­stel­len
– Tradition bewah­ren
– Netzwerk zu loka­len und inter­na­tio­na­len Partnern auf­bau­en
– einen Perspektivwechsel ermög­li­chen
– Transparenz schaf­fen
– eine Vernetzung über die „Kunstwelt“ hin­aus schaf­fen, die ver­schie­dens­te Akteure der Stadtgesellschaft abbil­det.

In der anschlie­ßen­den Diskussion wur­den Ideen und Vorschläge geäu­ßert, wie man die­se Aufgaben ver­wirk­li­chen kann. Einen höhe­ren Alltagsbezug des Museumsprogramms kann man zum Beispiel durch eine bes­se­re Vernetzung mit aktu­el­len Themen der Stadt oder durch Bezüge zwi­schen der muse­ums­ei­ge­nen Sammlung und zeit­ge­nös­si­schen Entwicklungen schaf­fen. Die Einbindung von Bürger*innen in kura­to­ri­sche Prozesse ermög­licht zudem eine stär­ke­re Verbindung zum Ausstellungsort. Außerdem wünsch­ten sich eini­ge der Anwesenden eine Anpassung der Kommunikation, wie ver­ständ­li­cher for­mu­lier­te Wandtexte oder einen an das Nutzungsverhalten der Besucher ange­pass­ten Einsatz von Medien. Um die Öffnung des Museums vor­an­zu­brin­gen, wur­de als wei­te­res Kriterium mehr Transparenz der Arbeit im Museum gewünscht.

All die­se hilf­rei­chen Anregungen möch­ten wir in die zukünf­ti­ge Museumsarbeit ein­brin­gen und bedan­ken uns bei allen Beteiligten für ihre tol­len Ideen!

 

Fotos: Kirsten Huwig, Bettina Salzhuber
Beitrag: Constanze Müller, Bettina Salzhuber

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