Einführung

Vom 18. November 2017 bis zum 18. Februar 2018 fin­det im Museum der bil­den­den Künste Leipzig die Ausstellung Ayşe Erkmen & Mona Hatoum. Displacements/Entortungen statt.

Es ist die ers­te Doppelausstellung der bei­den inter­na­tio­nal renom­mier­ten Künstlerinnen. Das offe­ne Leitmotiv ›Displacement‹ weist viel­fäl­ti­ge Berührungspunkte sowohl im Werk von Ayşe Erkmen als auch von Mona Hatoum auf. Beide Künstlerinnen ver­wen­den anschei­nend ver­trau­te Formen und Ausdrucksmittel, die sie neu kon­no­tie­ren und ihre Bedeutung durch neue künst­le­ri­sche und for­ma­le Bezüge ver­schie­ben.

Der eng­li­sche Begriff ›dis­pla­ce­ment‹ kann neben der poli­ti­schen Bedeutung im Sinne von Vertreibung auch als psy­cho­lo­gi­sche Affektverschiebung ver­stan­den wer­den. Mit ihm kön­nen aber auch künst­le­ri­sche Transformationsprozesse bezeich­net wer­den. Der Offenheit des Wortes ent­spricht im Deutschen das facet­ten­rei­che Kunstwort ›Entortungen‹.

Ayşe Erkmen, Glassworks, Installationsansicht, Cadhame Halle Verriere, Meisenthal, Frankreich, 2015 © Ayşe Erkmen

Ayşe Erkmen, Glassworks, Installationsansicht, Cadhame Halle Verriere, Meisenthal, Frankreich, 2015 © Ayşe Erkmen

Ayşe Erkmen, Mines (PFM 1 and others), 1997 © Ayşe Erkmen. Courtesy Galerie Barbara Weiss, Berlin

Ayşe Erkmen, Mines (PFM 1 and others), 1997 © Ayşe Erkmen. Courtesy Galerie Barbara Weiss, Berlin

Ayşe Erkmen die­nen die spe­zi­fi­schen Eigenheiten eines Ortes, sei­ne Architektur, der jewei­li­ge gesell­schaft­li­che, kul­tu­rel­le und insti­tu­tio­nel­le Kontext, als Ausgangslage für ihre Interventionen im Museums- und Stadtraum. Als künst­le­ri­sches Mittel dient ihr häu­fig die Wiederholung von Motiven und for­ma­len Aspekten, die sie von der Architektur und Raumgestaltung ablei­tet. Ihre Werke for­dern den Betrachter auf, sich selbst und tra­dier­te Wahrnehmungsmuster sowie sei­ne Umgebung zu hin­ter­fra­gen.

In Mona Hatoums Werken tre­ten Gegenstände des Alltags und Bekanntes auf, die in abge­wan­del­ter oder ver­grö­ßer­ter Form eine suspek­te und feind­li­che Wirklichkeit dar­stel­len. Diese las­sen den Betrachter eben­so ver­letz­lich und ori­en­tie­rungs­los im Raum zurück, wie sie selbst erschei­nen. In ihren teils sehr inti­men Arbeiten kon­fron­tiert uns Hatoum mit einer von Konflikten und Widersprüchen gepräg­ten Welt.

Mona Hatoum, Hot Spot III, 2009 © Mona Hatoum. Courtesy Fondazione Querini Stampalia Onlus, Venedig. Foto: Agostino Osio

Mona Hatoum, Hot Spot III, 2009, Sammlung Goetz, München. Installationsansicht Fondazione Querini Stampalia Onlus, Venedig. © Mona Hatoum. Courtesy Fondazione Querini Stampalia Onlus, Venedig. Foto: Agostino Osio

Mona Hatoum, Kapan, 2012, Installationsansicht, 'You Are Still Here', ARTER | space for art, Istanbul 2012 © Mona Hatoum. Courtesy ARTER, Istanbul. Foto: Murat Germen

Mona Hatoum, Kapan, 2012, Installationsansicht, ›You Are Still Here‹, ARTER | space for art, Istanbul 2012 © Mona Hatoum. Courtesy ARTER, Istanbul. Foto: Murat Germen

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