Unsichtbare Kunst, sichtbar machen!

Dialog für blin­de und seh­be­ein­träch­tig­te Menschen
Die Doppelausstellung DISLACEMENTS/ENTORTUNGEN, der inter­na­tio­nal
bekann­ten Künstlerinnen Ayse Erkmen und Mona Hatoum ebne­te den Weg für
eine sin­nes­um­fas­sen­de Auseinandersetzung und die Entwicklung des Formats
Unsichtbare Kunst, sicht­bar machen. In der dia­lo­gisch ange­leg­te Führung galt
es mit blin­den und seh­be­ein­träch­tig­ten Menschen über die Raum-, Klang- und
Videoinstallationen der Künstlerinnen ins Gespräch zu kom­men. Die
raum­grei­fen­den Installationen bie­ten das Potential zur Besprechung diver­ser
glo­ba­ler und sozio­kul­tu­rel­ler Diskurse. Über die von den Werken aus­ge­hen­den
Themen wie glo­ba­le Unruhen, mili­tä­ri­sche Auseinandersetzungen,
Fremdbestimmung und Grenzen im erwei­ter­ten Sinne spra­chen die
Teilnehmenden und ent­wi­ckel­ten wäh­rend der Führung auch eigen­stän­dig
Gedanken, die stets an ihre per­sön­li­chen Erfahrungs- und Lebenswelten
geknüpft waren.

Da es aus res­to­ra­to­ri­sche Gründen nicht gestat­tet ist, die ein­zel­nen Objekte
und Installationen zu ertas­ten, waren Übertragungsmodelle, deskrip­ti­ve
Beschreibungen und Fragerunden die leit­ge­ben­den Mittel des Dialogs.
Das visu­el­le System ist bei blin­den und seh­be­ein­träch­tig­ten Menschen kaum
bis gar nicht funk­ti­ons­tüch­tig, somit greift das tak­ti­le, ves­ti­bu­lä­re und audi­tive
System. Eine bewuss­te Fokussierung und Integration der sen­so­ri­schen
Teilsysteme bestimm­te die Vorgehensweise der Vermittlung.

Blindenvermittlung mit der Filatow Schule Leipzig
am 19.12.2017